Gründung der SED

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Kategorie: Gründung der SED
Veröffentlicht am Montag, 11. Februar 2019 14:13
Geschrieben von Weiterbildung
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Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war eine marxistisch-leninistische Partei, die 1946 in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und der Viersektorenstadt Berlin aus der Vereinigung von KPD und SPD hervorgegangen war. Diese Vereinigung war die Schlussfolgerung der Erfahrungen der Arbeiterklasse aus den Jahren der faschistischen Diktatur in Deutschland.

Sie folgte den Traditionen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und basierend auf den Erfahrungen der deutschen Arbeiterbewegung der Sozialdemokratie.

Nach den zwölf Jahren der faschistischen Diktatur in Deutschland musste ein demokratischer Neuanfang auch in der Parteienlandschaft erfolgen. Die Besatzungsmächte hatten die Aufgabe in allen Besatzungszonen demokratische Verhältnisse zu schaffen. Das galt auch für das gesellschaftliche Leben und der Zulassung von demokratischen Parteien. Mit dem Befehl Nummer zwei der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) vom 10. Juni 1945 erfolgte die Zulassung antifaschistisch-demokratischer Parteien und der Gewerkschaften.

Deutsche Antifaschisten, Kommunisten und Widerstandskämpfer, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten, kehrten nach Deutschland zurück. Dazu gehörten auch Walter Ulbricht, Anton Ackermann und Gustav Sobottka, die in Berlin, Sachsen und Mecklenburg tätig wurden, und die Verwaltung mit aufbauten.

Am 11. Juni 1945 trat das ZK der KPD zum ersten Mal mit seinem Gründungsaufruf an die Öffentlichkeit. Kurze Zeit später veröffentlichte die SPD am 15. Juni ihren Gründungsaufruf.

Unter der KPD-Führung sowie mit der Unterstützung führender Sozialdemokraten und nicht weniger SPD - und KPD-Mitglieder bildeten sich auf allen Ebenen der beiden Parteien Arbeitsgemeinschaften und Ausschüsse, deren erklärtes Ziel die organisatorische Vereinigung war. Der ZA der SPD und das ZK der KPD führten im Dezember 1945 eine Konferenz, auf der jeweils dreißig führende Vertreter beider Parteien anwesend waren, die den Zusammenschluss beider Parteien beschlossen. Grundlage waren die Erfahrungen aus der Spaltung der Arbeiterklasse und die Verfolgung während der Zeit des Klerikalfaschismus.

Kurt Schmacher, der die Sozialdemokraten in den westlichen Besatzungszonen vertat, sprach sich vehement gegen diesen Schritt aus.

Am 21. und 22. April 1946 versammelten sich schließlich im Berliner Admiralspalast in der Friedrichstraße Delegierte von KPD und SPD, Ehrengäste und Zuschauer zum gemeinsamen Parteitag von KPD und Teilen der SPD. Seitens der SPD nahmen 548 Delegierte (darunter 103 aus den westlichen Besatzungszonen) teil und von der KPD 507 Delegierte (darunter 127 westliche). Diese vertraten rund 680.000 sozialdemokratische und rund 620.000 kommunistische Parteimitglieder der Sowjetischen Besatzungszone. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit der Fidelio-Ouvertüre Beethovens. Anschließend betraten Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl von verschiedenen Seiten die Bühne und reichten sich die Hände. Diese symbolische Geste wurde im Emblem der SED nachempfunden. Zum Zeitpunkt ihrer Gründung hatte die SED etwa 1,3 Millionen Mitglieder, die zu fast gleichen Teilen aus KPD und SPD kamen. Das Parteiprogramm war an antifaschistisch-demokratischen Grundzügen orientiert, das an das Erfurter Programm der SPD von 1891 angelehnt war. Auf dem 2. Parteitag im September 1947 wurde der Beschluss gefasst, ein neues Parteiprogramm zu erstellen. Auf der 1. Parteikonferenz am 25.–28. Januar 1949 im Haus der Deutschen Wirtschaftskommission in Berlin wurde die Entwicklung der SED zu einer Partei neuen Typus beschlossen. Damit wurde der Marxismus-Leninismus und das Prinzip des demokratischen Zentralismus als Organisationsprinzip beschlossen. Die Partei verstand sich von nun an als Avantgarde des Proletariats. Auf der II. Parteikonferenz der SED, die vom 9. bis zum 12. Juli 1952 tagte, wurde der Aufbau des Sozialismus in der DDR beschlossen, und damit auch die:

  1. Neugliederung des Staatsaufbaues mit der Auflösung der Länder und Schaffung von 14 Bezirken;

  2. Aufbau bewaffneter Streitkräfte, und

      3. die verstärkte Kollektivierung der Landwirtschaft.

Auf dem VI. Parteitag 1963 wurde dann das Ziel zum Aufbaues der kommunistischen Gesellschaft in der DDR beschlossen. Dieses Ziel lautete: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“. An diesem Ziel hielt die SED auch bei der Neuformulierung ihres Programms im Jahr 1976 fest.

Dort wo das gesellschaftliche Leben der Menschen stattfand, organisierte sich hauptsächlich die Partei, nämlich in den Betrieben und Einrichtungen der DDR.

Die Parteigruppe bildete die kleinste Organisationszelle der Partei. In ihr wählten die Mitglieder den Parteigruppenorganisator (PGO) als Verantwortlichen für die Parteiarbeit, einen Kassierer, Agitator und, je nach Größe, noch beigeordnete Mitglieder in die Leitung. Waren mehrere Parteigruppen vorhanden, so wurden sie in der Abteilungsparteiorganisation (APO) zusammengefasst, die wiederum eine gesonderte Leitung um den Abteilungsparteisekretär bildete. Die regelmäßig stattfindenden Parteiversammlungen dienten der politischen Diskussion und Schulung. Mehrere APOs oder, in kleineren Einrichtungen, oftmals nur eine Parteigruppe bildeten die Grundorganisation (GO), die von einem Parteisekretär geleitet wurden. In den Wohngebieten gab es für nicht Berufstätige (Hausfrauen, Rentner) Wohnparteiorganisation (WPO) mit analogem Aufbau.

Das höchste Parteiorgan war der Parteitag. Nach dem Gründungsparteitag im April 1946 fand der der               2. Parteitag 1947 statt, der dritte dann 1950. Danach wurden die Parteitage alle vier Jahre, ab 1971 alle fünf Jahre abgehalten. Nach dem 11. Parteitag 1986 hätte die 12. Tagung turnusmäßig 1991 stattfinden sollen, dieses Parteitagsdatum wurde jedoch im Jahre 1989 auf 1990 vorverlegt. Zu den Parteitagen wurden die Delegierten in den Grundorganisationen gewählt, und es wurde darauf geachtet, dass das Verhältnis von Frauen und Jugendlichen, Mitgliedern staatlicher Massenorganisationen sowie von Arbeitern gewahrt wurde. Im Mittelpunkt stand ein Grundsatzreferat des jeweiligen Generalsekretärs bzw. Ersten Sekretärs. Im Anschluss fand die Diskussion statt. Das Zentralorgan der SED, das Neue Deutschland, informierte ausführlich darüber.

Die SED entwickelte sich zu einer Massenpartei und hatte zuletzt etwa 2,3 Millionen Mitglieder. Dies war ein sehr hoher Anteil bei etwa 8 Millionen Erwerbstätigen und 16,8 Millionen Menschen Gesamtbevölkerung in der DDR.